23. Mai 2022

Elektromobilität – wohin Deutschland steuert

Während die EU vollends auf Elektromobilität setzt, zeigen sich die asiatischen Staaten technologieoffen. 

Viele Autokonzerne wollen perspektivisch keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln. Eine Entscheidung, die den politischen Vorgaben der EU folgt: Um ausschließlich die Elektromobilität zu bevorzugen, ignoriert der europäische Gesetzgeber allerdings die Emissionsbilanz von E‑Autos und definiert sie mit null Gramm pro Kilometer. Dabei laden gerade in Deutschland viele Elektroautos real mit einem hohen Anteil an Kohlestrom. China ändert bis 2023 seine Regularien und hat die Türen für eine Vielzahl an Antriebstechnologien geöffnet – mit weitreichenden Konsequenzen für die Automobilindustrie.

Boardreport, das Magazin für Vorstände und Aufsichtsräte, sprach in der Ausgabe 01/2022 mit Dr. Richard Viereckl, Beirat von FourManagement und ein im Top-Management der europäischen Automobilindustrie anerkannter Experte für Vertrieb, Entwicklung und Produktion.

Herr Dr. Viereckl, während Deutschland einzig auf die E‑Karte setzt, testen die Asiaten vielfältige Antriebsmöglichkeiten. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
Wir sollten zwischen Regulierung der EU und den Strategien der europäischen OEM differenzieren. Tatsächlich haben mehrere OEM Ihre Strategien voll auf E‑Mobilität ausgerichtet und entsprechen damit dem politischen Willen in der EU. Faktisch entkoppeln sie sich damit aber vom Weltmarkt der mindestens sechsmal größer ist, als der europäische Markt. Ein Hersteller hat das allerdings erkannt und formuliert in seiner neuesten Strategie genau das und steuert um. Das gibt Hoffnung, ist aber nur ein erster Schritt. Fakt ist, dass fast alle Asiaten, in diesem Fall China, Japan, Korea, usw., den Verbrennungsmotor mit dem Ziel 50 Prozent Wirkungsgrad weiter entwickeln, um ihn dann mit Methan, eFuel oder Wasserstoff zu betreiben. Nichts deutet in der Physik darauf hin, dass ein Verbrenner per se dreckig ist. Es kommt darauf an, was man rein füllt. […]

Das komplette Interview mit Herrn Dr. Viereckl steht Ihnen über den nachfolgenden Button zur Ansicht und zum Download bereit.

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